Better-than-average Bias
Selbstwahrnehmung
+
Die Tendenz, sich selbst überdurchschnittlich gut einzuschätzen — z. B. „Ich fahre besser Auto als die meisten" (ca. 80 % denken das). Problem: statistisch unmöglich, da sich der Durchschnitt dadurch verschieben würde.
Dunning-Kruger-Effekt
Selbstwahrnehmung
+
Menschen mit geringer Kompetenz überschätzen sich; Menschen mit hoher Kompetenz unterschätzen sich.
Self-serving Bias
Selbstwahrnehmung
+
Erfolge schreibt man sich selbst zu, Misserfolge äußeren Umständen.
Spotlight-Effekt
Selbstwahrnehmung
+
Man überschätzt, wie sehr andere einen beobachten und beurteilen — man überschätzt seine Wirkung auf andere.
Curse of Knowledge
Selbstwahrnehmung
+
Jemand mit Wissen geht davon aus, dass andere dasselbe Wissen teilen.
Self-fulfilling Prophecy
Selbstwahrnehmung
+
Eine Erwartung führt dazu, dass sie sich selbst erfüllt — sowohl durch positive als auch negative Affirmation.
Übergeneralisierung
Selbstwahrnehmung
+
Aus einem einzigen Ereignis wird eine allgemeine Regel abgeleitet — „Ich bin einmal gescheitert, also werde ich immer scheitern".
Köhler-Effekt
Soziale Phänomene
+
Schwächere Gruppenmitglieder strengen sich mehr an als stärkere, wenn ihre Leistung für den Gruppenerfolg entscheidend ist.
Streisand-Effekt
Soziale Phänomene
+
Der Versuch, Informationen zu unterdrücken, führt dazu, dass sie noch stärker verbreitet werden.
Bystander-Effekt
Soziale Phänomene
+
Je mehr Menschen anwesend sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand hilft. Enthält zwei Fehler: Verantwortungsdiffusion (= ich muss nichts machen, weil andere auch nichts machen) und den Beurteilungsfehler.
Ingroup Bias
Soziale Phänomene
+
Man bevorzugt Mitglieder der eigenen Gruppe gegenüber Außenstehenden.
Matthäus-Effekt
Soziale Phänomene
+
„Wer hat, dem wird gegeben": Anfangsvorteile verstärken sich im Laufe der Zeit — wer mehr hat, bekommt mehr, und wer weniger hat, bekommt auch weniger.
Peter-Prinzip
Soziale Phänomene
+
In Hierarchien werden Menschen so lange befördert, bis sie eine Position erreichen, der sie nicht mehr gewachsen sind — „Menschen werden so lange befördert, bis sie ihre Stufe der Inkompetenz erreicht haben".
Prospect Theorie
Entscheidung & Urteil
+
Menschen bewerten Gewinne und Verluste nicht objektiv: Verluste schmerzen stärker als gleichwertige Gewinne Freude machen.
Anchoring-Effekt
Entscheidung & Urteil
+
Menschen orientieren sich stark an der ersten verfügbaren Zahl oder Information („Anker"), selbst wenn sie irrelevant ist — z. B. wirkt ein durchgestrichener höherer Preis daneben günstiger, auch wenn sich der eigentliche Preis nicht verändert hat.
Framing
Entscheidung & Urteil
+
Die Art der Darstellung beeinflusst Entscheidungen stark — „90 % fettfrei" wirkt besser als „10 % Fett", obwohl es dasselbe ist.
Status-quo-Bias
Entscheidung & Urteil
+
Die Tendenz, den aktuellen Zustand zu bevorzugen und Veränderungen zu vermeiden.
Sunken-Cost-Fallacy
Entscheidung & Urteil
+
Die Tendenz, an etwas festzuhalten, weil man schon viel investiert hat, obwohl ein Abbruch die bessere Option wäre.
Verfügbarkeits-
heuristik
Entscheidung & Urteil
+
Menschen bemessen Wahrscheinlichkeiten daran, wie schnell ihnen Beispiele dazu einfallen.
Endowment-Effekt
Entscheidung & Urteil
+
Man bewertet Dinge höher, nur weil man sie besitzt.
IKEA-Effekt
Entscheidung & Urteil
+
Menschen bewerten Dinge höher, die sie selbst (mit)gebaut haben.
Confirmation Bias
Kognition & Wahrnehmung
+
Man sucht, interpretiert und erinnert Informationen so, dass sie die eigenen Überzeugungen bestätigen.
Kognitive Dissonanz
Kognition & Wahrnehmung
+
Unangenehmes Gefühl, wenn Verhalten und Überzeugungen nicht zusammenpassen — z. B. rauchen, obwohl man weiß, dass es ungesund ist.
Halo-Effekt
Kognition & Wahrnehmung
+
Ein einzelnes positives Merkmal (z. B. Attraktivität) beeinflusst die Gesamtbeurteilung einer Person positiv.
Horn-Effekt
Kognition & Wahrnehmung
+
Das Gegenteil des Halo-Effekts: Ein negatives Merkmal beeinflusst die gesamte Wahrnehmung einer Person negativ.
Priming
Kognition & Wahrnehmung
+
Vorherige Reize beeinflussen unbewusst Wahrnehmung und Verhalten.
Illusorische Korrelation
Kognition & Wahrnehmung
+
Man glaubt, dass etwas zusammenhängt, obwohl es nicht so ist — z. B. man schreibt eine gute Note, weil man mit seinem „Glücksstift" geschrieben hat.
Illusorische Wahrheit
Kognition & Wahrnehmung
+
Man gewinnt Glaubwürdigkeit durch das Wiederholen einer Aussage — je öfter etwas gesagt wird, desto wahrer wirkt es.
Barnum-Effekt
Kognition & Wahrnehmung
+
Vage, allgemeine Aussagen werden auf einen selbst bezogen — z. B. bei Horoskopen.
Hindsight Bias
Sonstige
+
Nach einem Ereignis glaubt man, man hätte es „schon immer gewusst" — „im Nachhinein ist man immer schlauer".
Automation Bias
Sonstige
+
Menschen verlassen sich zu stark auf automatisierte Systeme, auch wenn diese Fehler machen.
Survivorship Bias
Sonstige
+
Man sieht nur die „Überlebenden" und ignoriert die vielen, die gescheitert sind — dadurch entsteht ein verzerrtes Bild. Der Fehler liegt daran, dass nur aus Erfolgen gelernt wird und kein richtiger Verbesserungsprozess stattfinden kann.
Rubber-Duck-Effekt
Sonstige
+
Durch lautes Erklären eines Problems (z. B. einem „Gummientchen") findet man oft selbst die Lösung.
Placebo-Effekt
Sonstige
+
Eine positive Erwartung führt zu einer tatsächlichen Verbesserung, obwohl die Behandlung keinen Wirkstoff enthält — vgl. Medikamente ohne Wirkstoffe.